Station 6: Podcasting

Dauer: 30-40 Minuten

Lernziel: Hier lernen Sie, was ein Podcast ist und was Podcasting für den Unterricht so wertvoll macht. Deshalb lernen Sie, einen eigenen kleinen Audiobeitrag zu erstellen.

Ein Podcast ist ein Medienbeitrag, der als Audio oder Video zum Abspielen und/oder als Downlaod im Internet bereit steht. Während mit Podcast meist eine Audiodatei gemeint ist, wird ein Video-Podcast auch als Vodcast bezeichnet. Ein Podcast aus dem Bereich Bildung und Wissenschaft wird auch Educast genannt. Dies soll als grobe Definition reichen, lesen Sie nähere Infos bei Gelegenheit bei Wikipedia: Podcasting nach.

Da ein Podcast in der Regel als Serie angeboten wird, so wie eine regelmäßige Sendung oder Kolumne in Radio oder Fernsehen, kann er außerdem mit einem Podcatcher, Musik- oder E-Mail-Programm abonniert und automatisch herunter geladen werden (via RSS-Feed oder Atom-Feed). Podcasts sind also so etwas wie Radio- oder Fernsehprogramme oder selbstproduzierte Sendungen, die von der entsprechenden Software (z. B. Podcatcher Juice oder jPodder, Mozilla Firebird, Mozilla Thunderbird, Apple iTunes) automatisch auf den eigenen PC geladen werden. So kann man sich zuhause seine eigene, zeitunabhängige Radio- und Nachrichtenstation aufbauen. (Ich schaue auf diese Weise im tiefen Patagonien die ARD-Tagesschau.)

Podcasting bezeichnet demnach das Produzieren und Bereitstellen einer solchen Mediendatei im Format MP3, MP4 oder AAC. Zur Erstellung der Audiodateien für einen Podcast bedarf es keiner Tontechniker-Ausbildung. Man zeichnet das Audiomaterial einfach live mit einem Aufnahmegerät auf, etwa mit einem Computer per Headset, einem MP3- bzw. MD-Recorder oder sogar mit einem Handy, dessen Aufnahmen dann auf den Rechner überspielt und dort nachbearbeitet werden. Mit Hilfe eines Audioschnittprogrammes, z. B. dem Freeware-Audioeditor No23 (Windows), Audacity (Windows, Mac, Linux) oder Ardour (Mac, Linux) können Aufnahmen direkt am PC gemacht werden, mit Audacity und Ardour auch einzelne Tonspuren wie Sprache, Geräusche und Musik zu einem Beitrag zusammengeschnitten werden. Die fertige Audiodatei wird anschließend mit einer XML-Datei zusammen auf einen Webserver hochgeladen und zum Downlaod bzw. als Feed angeboten. “Warum soll ich mir jetzt auch noch diese komplizierte Technik aneignen?”, fragen Sie sich vielleicht. Weil sich mithilfe dieser Technik auch einzelne Audiobeiträge erstellen lassen, es muss ja nicht gleich eine regelmäßige “Sendung” sein. Dies könnte zum Beispiel in Rahmen von Unterrichtseinheiten zum Thema Medien sinnvoll sein, so haben Schüler einer 10. Klasse eigene Radiosendungen produziert, hören Sie hier einzelne Ausschnitte:


(Ausschnitte “Radio: Das Hundert”, 1′20, MP3, 1,17 MB)

(Ausschnitte “Radio: Aber Maarc”, 1′16, MP3, 1,18 MB)

Genau so gut können Sie natürlich fertige Podcasts in den Unterricht einbauen. Schauen Sie sich nur mal kurz an, was alleine die Deutsche Welle im Bereich Deutsch lernen mit Podcasts anbietet. Didaktische Begründungen mit weiteren praktischen Beispielen können Sie außerdem auf Lehrer-Online oder im ZUM-Wiki nachlesen.

Nun zu den Aufgaben. Die allgemeinen Arbeitsanweisungen brauchen Sie jetzt nicht noch mal lesen, bearbeiten Sie direkt folgende Aufgaben:

Lehrling

Installieren und öffnen Sie den Podcatcher Juice und abonnieren Sie damit einen Podcast der Deutschen Welle (siehe Link oben). Ob es geklappt hat, können Sie durch eine Hörprobe überprüfen. Notieren Sie in Ihrem Lerntagebuch, ob Sie eine der Sendungen der Deutschen Welle oder andere Podcasts im Unterricht sinnvoll einsetzen könnten.

Meister

Installieren und öffnen Sie den Audioeditor No23 und nehmen Sie damit einen einfachen Text auf. Überlegen Sie sich beispielsweise einen kurzen Bericht über den Workshop für Ihre Kolleginnen und Kollegen oder eine Aufgabe für Ihre Schülerinnen und Schüler. Speichern Sie Ihre Audiodatei im MP3- oder MP4-Format auf dem PC ab.

Ingenieur

Installieren und öffnen Sie den Audioeditor Audacity. Sie können mit Audacity verschiedene Tonspuren erstellen, bearbeiten Sie deshalb Ihre eben erstellte Audiodatei, indem Sie etwa eine frei verfügbare Musik unterlegen oder einen kleinen Jingle zu Beginn oder am Ende einbauen. Ihrer Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wenn Sie jetzt noch über einen eigenen Blog oder Webspace verfügen, können Sie die Datei als Podcast veröffentlichen. Ansonsten können Sie sich ein Benutzerkonto bei Podcast-Portalen wie www.podcast.de anlegen und dort Ihre Datei veröffentlichen.